Sie befinden sich auf der Philips Lighting Website. Es stehen Ihnen weitere Sprachen zur Verfügung.
Anregungen

    Die Zukunft der Arbeit

    Sechs Tatsachen, die den Arbeitsplatz von heute beeinflussen


    Aus verschiedenen Gründen erleben wir derzeit die gründlichste - und spannendste - Umgestaltung unserer Arbeitsweise, seit vor hundert Jahren das Fliessband und der moderne Industriebetrieb entstanden sind.
     

    Die Art und Weise, wie wir arbeiten, hat sich verändert, noch bevor das neuartige Coronavirus über die Welt fegte. Aber die COVID-19-Pandemie hat diese Veränderungen beschleunigt und verstärkt und das, was sich gerade erst abzeichnete, zur etablierten Realität werden lassen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, eine neue Arbeitswelt zu entwickeln, die menschlicher, reaktionsfähiger und produktiver ist und unsere vielfältigen Bedürfnisse besser zu berücksichtigen vermag.

     

    Hier sind sechs Tatsachen, welche die Zukunft der Arbeit prägen - eine Zukunft, die bereits absehbar war, die nun aber mit unerwarteter Geschwindigkeit über uns hereingebrochen ist.

    1. Der Übergang zum Virtuellen: Der Begriff Arbeit wird nicht mehr durch den physischen Arbeitsraum definiert


    Seit Jahren denken wir über die Räume nach, in denen wir arbeiten. Wir alle haben über den "neuen Arbeitsplatz" gelesen - wie er zum Beispiel durch die unkonventionellen Büroräume im Silicon Valley geprägt wurde. Tatsächlich hat sich die Art und Weise, wie wir uns "das Büro" vorstellen, in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend verändert.

     

    Wir vollziehen jetzt den nächsten Schritt. Wir verabschieden uns von der Auffassung, dass der physische Raum die einzige Möglichkeit ist, unsere Arbeit zu bewerten und ihren Wert zu steigern. Modernste Technik macht es uns heute sehr leicht, von einer Wohnung, einem Café, einem Flughafen, einem Gartenhaus oder einem Schreibtisch im Büro aus zu arbeiten.

     

    Das führt zu einer immer stärkeren Abkopplung zwischen Arbeitsergebnissen und Arbeitsstätten. Noch vor nicht allzu langer Zeit waren diese Dinge noch eng miteinander verbunden: "On the job" zu sein bedeutete, an seinem Arbeitsplatz zu sitzen. Nur dort konnte man "die Arbeit erledigen". Schlechte Arbeit könnte dazu führen, dass man entlassen wird, aber nicht präsent zu sein, würde definitiv dazu führen. Heutzutage hingegen ist ein Mitarbeiter, der z.B. Telearbeit macht, ein durchaus geschätzter Mitarbeiter - vorausgesetzt er liefert seinem Vorgesetzten die gewünschten Ergebnisse.

    Auch die Betriebs- und Arbeitsprozesse haben sich vom Physischen gelöst. Heutzutage werden Terminpläne kam noch so aufgebaut, dass eine Lieferung über Nacht zugestellt wird, gefolgt vom Fotokopieren, Verteilen und Konsumieren des Inhalts auf der Empfängerseite. Der Versand eines Dokuments von Boston nach Tokio oder von Dakar nach Shanghai erfolgt heute tatsächlich sofort.

     

    Auch die Zusammenarbeit im Team ist zunehmend virtuell. Sie können ein persönliches Treffen mit jemandem auf einem anderen Kontinent ganz einfach online abhalten, so leicht, wie man sich auf dem Flur treffen kann. Diese Entwicklungen - und die neuen Probleme und Einschränkungen, die durch die COVID-19-Pandemie entstanden sind - führen zu einer Neubewertung dessen, was die Begriffe "Team", "Teamarbeit" und "Teammitglied" bedeuten können.

     

    Die Technologie, die virtuelle Teamarbeit ermöglicht, ist einfach zu bedienen. Das bedeutet aber nicht, dass die Arbeit in Zukunft einfacher sein wird, da die neue Technologie neue Schwierigkeiten mit sich bringt. Schnelligkeit und Effizienz können sowohl zum Besseren führen (mehr potenzielle Kundenkontakte), als auch zum Schlechteren (eine Informationsflut, die sich exponentiell ausbreiten kann). Mitarbeiter müssen mit solchen Dingen umgehen können, um erfolgreich zu sein.

     

    Und dann ist da noch die Herausforderung, mit der jeder Arbeitnehmer im Informationszeitalter bereits vertraut ist: der ständige Wechsel von Arbeitsstrukturen, Prozessen, Plattformen und Systemen, die Jahr für Jahr durch neuere, bessere ersetzt werden. Anpassungsfähigkeit ist hier der Schlüssel, und sie wird umso wichtiger werden, je mehr sich die Bedeutung der Arbeit verändert. 

    2. Die Lebensweise der Arbeitnehmer wird sich ändern - und sie werden neue Ansprüche stellen


    In der Vergangenheit verliess man abends seinen Arbeitsplatz und das war's bis zum nächsten Morgen. Die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit war eindeutig.

     

    Heute verwischt eine Always-on-Kultur die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Viele werden diese Situationen kennen: man prüft abends noch mal schnell den Posteingang, liest die WhatsApp-Nachrichten von Kollegen oder den Chat von Microsoft Teams. Die Abgrenzung von Arbeitszeit und Freizeit erfordert eine neue Etikette, neue Protokolle, neue Gewohnheiten und neue Standards, um ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben aufrechtzuerhalten.

     

    Auf der anderen Seite begrüssen viele die Abkehr von einer strikten Arbeitszeit von 9 bis 17 Uhr im Büro. Flexiblere Arbeitszeitmodelle und Telearbeit werden als Chance gesehen. Und auch, dass man nur dann ins Büro kommt, wenn ein persönlicher Kontakt notwendig ist. Wenn diese "digitalen Nomaden" im Büro auftauchen, bringen sie in der Regel ihre eigenen Arbeitsgeräte mit. Und sie erwarten, dass sie sich in den verschiedenen Räumen des neuen Büros so einrichten können, wie sie es möchten. Das heisst, sie erwarten alles mögliche: Fokusräume, Stehtische, Sofas, Café-Tische und vieles mehr.

    Eine weitere Veränderung betrifft die wachsende Bedeutung der horizontalen Netzwerke, die Informationstechnologien unterstützen - und die abnehmende Bedeutung der vertikalen Hierarchien im Büro. Das bedeutet nicht das Ende der Vorgesetzten, aber es könnte die Art und Weise verändern, wie der Wert eines Arbeitsplatzes definiert wird. Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter muss sich nicht erst von seinem Vorgesetzten eine Genehmigung holen, bevor er eine Idee vorantreibt. Er kann sie sofort mit Dutzenden oder Hunderten von Kollegen auf der ganzen Welt diskutieren und sie so einem breit angelegten Beurteilungsverfahren unterziehen, einer Art "Crowdsourcing" im Unternehmen.

     

    Und schliesslich möchten immer mehr Menschen einen Sinn und Zweck sowie intellektuelles und emotionales Engagement in ihrer Arbeit finden. Zahlreiche Forschungsarbeiten weisen auf dieses Phänomen hin, insbesondere bei jüngeren Arbeitnehmern. In der Tat zeigen einige Studien, dass die meisten Menschen bereit sind, für eine Arbeit, die sie als sinnvoll erachten, eine geringere Vergütung zu akzeptieren.

    3. Künstliche Intelligenz schreitet schnell voran


    Die meisten von uns sind an technische Innovationen gewöhnt, die sich mit einem Paukenschlag ankündigen. Die neueste Generation eines Smartphones. Oder eine Plattform für die Bürokommunikation, die bereits eine Woche nach ihrer Einführung unentbehrlich erscheint.

     

    Künstliche Intelligenz (KI) ist anders. Die verschiedenen KI-Disziplinen entwickeln sich parallel: Robotergesteuerte Prozessautomatisierung, maschinelles Lernen, künstliche neuronale Netze, mehrschichtiges Lernen, Natural Language Processing, Bild- und Spracherkennung - jede von ihnen wird immer besser, schneller, präziser und nützlicher. Die Auswirkungen dieser Technologien auf das grosse Ganze stehen nach wie vor zur Debatte, aber alle sind sich einig, dass sie unsere Art zu leben und zu arbeiten zwangsläufig verändern werden.

     

    Ein erstaunlicher Aspekt der KI ist, dass sie selbst dann, wenn sie ein exponentielles Wachstum ihrer Fähigkeiten erreicht, dies "unsichtbar" tut. In vielen Fällen ist sie bereits vorhanden, arbeitet im Hintergrund und unterstützt die Geräte, die wir bereits jeden Tag benutzen, ohne dass wir sie überhaupt bemerken.

     

    Dies wirft die Frage auf, wie wir sie effektiv steuern und sie beherrschen können. Laut einer Studie der Universität Oxford werden durch die KI 47% der heutigen Arbeitsplätze bis 2040 wegfallen. Das bedeutet, dass die Zukunft der Arbeit soziale Umbrüche mit sich bringen wird, denn nur wenige Entwicklungen wirken so destabilisierend wie die Massenarbeitslosigkeit.

     

    Auf der anderen Seite können wir einen reibungslosen Übergang zu den neuen beruflichen Fähigkeiten vollziehen, die eine veränderte Arbeitswelt erfordern wird. KI-Optimisten werfen schnell das folgende Argument ins Rennen, um uns zu beruhigen: Eine Belegschaft, die durch die KI von Routinearbeiten befreit wird, wird die Zeit und die Kapazität haben, kreativer zu sein und sich auf wichtigere Tätigkeiten zu konzentrieren.

    4. Neue Organisationsstrukturen werden sich durchsetzen


    Technologie vereinfacht und reduziert. Unabhängig davon, ob dies gut oder schlecht ist, wird der Bedarf an Support-Personal verringert. Dasselbe gilt für Mitarbeiter, die meist nur Arbeit von einer Hierarchieebene zur nächsten weiterleiten.

     

    In dem Masse, in dem die Technologie das Personal rationalisiert und abbaut, wird sich die Organisation der Unternehmen verändern. Schlanke und einfache Strukturen bedeuten weniger Hierarchie. Ein Chef, der jeden Tag in einem Büro mit 30 oder 40 Mitarbeitern sitzt, kann sich Respekt verschaffen. Aber dieser Chef wird wahrscheinlich nicht die gleiche Faszination ausstrahlen, wie wir sie früher von einem echten Industriekapitän kannten, der seine Firma  durch jeden Sturm steuerte. Der Chef oder die Chefin von morgen wird leicht erreichbar sein, und die Grösse der Organisation wird zu einem relativ ungehinderten Austausch von Meinungen und Ideen führen.

     

    In einer Kultur, in der die Magie der Autorität an Bedeutung verliert und in der Verantwortung nicht mehr über riesige Abteilungen verteilt ist, werden das Stammpersonal und definierte Gruppen von Mitarbeitern immer wichtiger. Ihr Einfluss wird weniger durch Bürokratie beeinträchtigt, und sie werden nicht mehr nur mit denen identifiziert, denen sie unterstellt sind. Gleichzeitig wird die Bedeutung einzelner "Rollen" abnehmen. In kleineren, eher horizontal ausgerichteten Organisationen werden die Posten dynamischer werden. Unterschiedliche Personen werden verschiedene Rollen übernehmen und sich zu bestimmten Zeiten, je nach den Erfordernissen des jeweiligen Augenblicks, mit anderen Aufgaben befassen.

     

    In solchen Umständen werden die wertvollsten Mitarbeiter in der Lage sein, eine Vielzahl von Funktionen zu erfüllen. Eine breite allgemeine Erfahrung wird nützlicher sein als eine ausgeprägte Spezialisierung.

    5. Aussergewöhnliche Erfahrungen werden der Schlüssel dafür sein, Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden


    Wenn die künstliche Intelligenz den Mitarbeitern die Freiheit gibt, kreative Arbeit zu leisten, die selbst die leistungsfähigsten Maschinen nicht erledigen können, wird es immer wichtiger, menschliche Talente zu gewinnen und zu halten.
     

    Um dies sicherzustellen, müssen die Unternehmen sich dem Wettbewerb um die bestmögliche Mitarbeitererfahrung stellen. Die Gestaltung von Arbeitsplätzen wird wahrscheinlich komfortabler und persönlicher werden, angefangen bei einer Beleuchtung, die auf die menschlichen Bedürfnisse ausgerichtet ist, bis hin zu einer Reihe von Massnahmen zur Produktivitätssteigerung durch das Internet der Dinge. Der "preisgekrönte" Arbeitsplatz wird zu einer neuen Realität werden - ein Ort, der die Zusammenarbeit fördert und an dem die Mitarbeiter auch tatsächlich gerne arbeiten möchten.

     

     Parallel zur neuen Förderung flexibler Arbeitszeiten und Regelungen für die Telearbeit wird es eine Reihe neuer flexibler Managementkonzepte geben. Anstelle von starrer Hierarchie, zentralisierter Autorität, Bürokratie und archaischen Modellen der Personaldisziplin werden Unternehmen versuchen, Kulturen aufzubauen, die auf kreativen und experimentellen Tätigkeiten beruhen, in denen sie ihren Mitarbeitern vertrauen und exzentrisches Denken tolerieren. Sie können sogar jene Art von "Misserfolg" akzeptieren, die neue Ideen hervorbringt, die den Stein ins Rollen bringen.
     

    Die Idee des missionsgetriebenen Unternehmens wird wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen. Und eine starke Firmenidentität erfordern, die sich auf den übergeordneten Sinn der Arbeit bezieht, für die Mitarbeiter eingestellt werden sollen. Ein Unternehmen wird für etwas anderes stehen müssen, als nur für die Herstellung von Produkten. Und es wird seine Werte klar kommunizieren müssen, sowohl intern als auch extern.

    6. Die Diversität der Belegschaften wird grösser werden


    Vielfältigkeit wird in Zukunft zu einem wichtigen Organisationsprinzip am Arbeitsplatz werden.

     

    In den ersten Jahrzehnten dieses Jahrtausends ist der Anteil der Frauen gewachsen - ein Trend, der wahrscheinlich anhalten wird. Ein Bericht der US-Regierung vom Dezember 2019 zeigt, dass Frauen in den Regierungsbehörden der USA die Mehrheit der Arbeitsplätze besetzen. Das resultiert zum Teil aus der Tatsache, dass die meisten Erwachsenen mit College-Abschluss seit Jahrzehnten Frauen sind.

     

    Auch die Diversität der Generationen wird ein immer wichtigerer Faktor werden. Die Menschen leben länger und gehen später in Rente. Altersbedingte Diskriminierung ist heute mehr denn je verpönt. Unternehmen können daher Arbeitnehmer aus fünf verschiedenen Generationen beschäftigen. Diese werden verschiedene Bedürfnisse, unterschiedliche Erwartungen, andere Gewohnheiten und individuelle Stärken haben. Das wird die Manager vor Herausforderungen stellen, aber auch spannend in Bezug auf Synergien und die Zusammenarbeit sein.

     

    Neben der Vielfalt von Geschlecht, Alter, Rasse und Kultur wird die Zukunft der Arbeit auch eine neue Vielfalt von Organisationsstrukturen und -beziehungen mit sich bringen. In dem Masse, in dem die Zahl der unabhängigen Auftragnehmer und Telearbeiter zunimmt, wird sich die Unternehmenskultur anpassen müssen. Was muss ein Unternehmen anders machen, wenn 40 Prozent seiner Mitarbeiter aus der Ferne arbeiten?

     

    Gleichzeitig erfordert die Notwendigkeit, sich diesen grossen Herausforderungen zu stellen, die Schaffung von betrieblichen Ökosystemen, in denen verschiedene Organisationen zusammen auf ein gemeinsames soziales oder ökologisches Ziel hinarbeiten. Solche sozial orientierten Kooperationen gibt es bereits heute. Und es ist davon auszugehen, dass es in Zukunft mehr werden und dass sie einen wichtigen Beitrag zur Unternehmensidentität leisten werden.

    Über den Autor

    Peter Duine ist Global Subsegment Director for Offices bei Signify
    Peter Duine ist Global Subsegment Director for Offices bei Signify. Er startete vor 26 Jahren als Ingenieur in den Forschungslabors von Philips. Vor 16 Jahren wechselte Peter Duine zu Philips Lighting, wo er als Entwickler tätig war. Er leistete Pionierarbeit in der Lichttechnik und entwickelte Lampen und Vorschaltgeräte für Beleuchtungssysteme.

    Diesen Artikel teilen

    Was kann Interact für Sie tun?

    Folgen Sie uns auf: