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Anregungen

    Asset Tracking
    in der 4IR

    Wie IoT-gestütztes Asset Tracking die Industrie verändert


    Wie ist es möglich, industrielle Arbeitsplätze zu schaffen, die maximal sicher und effizient sind? Und wie können Arbeitsbereiche für die Mitarbeiter möglichst komfortabel gestaltet werden?
     

    Das industrielle Internet der Dinge (IIoT = Industrial Internet of Things) kann Entscheidern Fragen wie diese beantworten. Vernetzte Sensortechnologien und Analyseanwendungen, die deren Daten verarbeiten, ermöglichen heute neue Produktivitätsniveaus in der Industrie und Logistik. Und sie verbessern das Leben von Beschäftigten durch sichere und komfortable Arbeitsbedingungen.
     

    Wir geben Ihnen hier einen Überblick über die heutigen Möglichkeiten der Asset-Tracking-Technologie in der Industrie. Dabei ist es ganz egal, ob es sich bei den „Assets" um Güter, Ausrüstung oder andere Gegenstände handelt – oder um Personen.

    Von der vorbeugenden zur vorausschauenden Wartung


    Ungeplante Ausfallzeiten sind in der Industrie weit verbreitet: Schätzungen zufolge leidet der typische Hersteller jedes Jahr unter 800 Stunden Ausfallzeit. Diese Ausfallzeit hat schwerwiegende wirtschaftliche Folgen: Einer weiteren Studie zufolge verliert die Fertigungsindustrie dadurch jährlich 50 Milliarden USD.
     

    Zwar sind Ausfälle und Abnutzungserscheinungen von Ausrüstung grundsätzlich unvermeidlich, doch im Zeitalter des Asset Trackings kann die Industrie diese minimieren und sogar kontrollieren. Die heutige Technologie ermöglicht einen Paradigmenwechsel von der vorbeugenden zur vorausschauenden Wartung. Dadurch ändert sich die Herangehensweise an Anlagenausfälle grundlegend.
     

    Heute können in Anlagen integrierte Sensoren für Temperatur, Bewegung, Feuchtigkeit, Metrologie etc. einen permanenten Strom von Informationen liefern, die den Status dieser Anlagen zeigen. Manager im Industriebereich können diese Informationen in Analyse-Applikationen transferieren, um Probleme im Vorfeld zu erkennen und entsprechende Massnahmen zu planen. Das bisher eher reaktiv agierende Facility Management wird zukünftig nicht mehr für den Austauschs eines ausgedienten Schwungrads an einer stillstehenden Turbine verantwortlich sein. Vielmehr wird das Facility Management in den vorausschauenden Prozess der rechtzeitigen Wartung solcher Teile vor einem Ausfall einbezogen sein. Der Austausch erfolgt dann zum optimalen Zeitpunkt und basiert auf einer Vielzahl von Daten zu Benutzungsdauer, Ausfallstatistiken etc., die den menschlichen Verstand ohne Hilfe überfordern würden.
     

    Die Zeiten sind vorbei, in denen auf Störungsmeldungen erst reagiert wird, wenn es eigentlich schon zu spät ist und Anlagen stillstehen.

    Maschinelle Überwachung der Produktion

     

    Mithilfe der Asset-Tracking-Technologie können Waren- und Materialflüsse optimiert, die Effizienz verbessert und die Rentabilität gesteigert werden.
     

    Sie kann zum Beispiel viel dazu beitragen, Datensilos zu beseitigen. In vertikal organisierten Unternehmen müssen sich Manager auf Produktionsebene nicht mehr auf die Informationen aus Kalkulationstabellen verlassen, wenn es um Materialien und Teile geht, die sie von anderen Bereichen erwarten können. Sie können diese Materialien und Teile in qualitativer und quantitativer Hinsicht selber „sehen" und ihre Produktion entsprechend anpassen.
     

    Angesichts dieser Innovationen wird sich das Enterprise Resource Management (ERM) immens verbessern.

    Erschwerter Diebstahl von Werkzeugen – und leichteres Auffinden


    Die Asset-Tracking-Technologie ist nicht nur bei hochkarätigen Aufgaben wie dem ERM nützlich. Sie kann auch sicherstellen, dass Fracht oder Ausrüstung nicht verloren gehen oder gestohlen werden. Manager können mithilfe der digitalen Kennzeichnung von Ausrüstung und Fracht den Aufenthaltsort von Objekten auf einen Blick verfolgen. Häufig ist das über ihr eigenes Smartphone möglich.
     

    Der Diebstahl von Gütern  ist ein weltweit verbreitetes Problem und könnte dadurch erschwert werden.

    Im Fertigungsbereich hilft die Asset-Tracking-Technologie Mitarbeitern, die für ihre Arbeit benötigten Werkzeuge und Materialien zu finden, ohne dass sie lange in Werkzeugschränken und Lagerräumen danach suchen müssen. Einem Bericht zufolge können Arbeitgeber 10 Prozent ihrer Arbeitskosten einsparen, wenn ihre Mitarbeiter weniger Zeit mit der Suche nach Werkzeugen und Materialien verbringen. Mit der weiteren Entwicklung des industriellen IoT wird eine präzise Inventarisierung digital gekennzeichneter Materialien und Werkzeuge möglich werden, sodass jeder Mitarbeiter mit einem digitalen Gerät den vollen Überblick bekommt.

    Die Bewegungen von Gabelstaplern verfolgen


    Ein derartiges Asset-Tracking eignet sich für die Überwachung von Gabelstaplern, die unentwegt in Bewegung und in Lagerhallen oder grossen Verbrauchermärkten schwer auffindbar sind.

    Mithilfe von Sensortechnologie können wir auch viel über die Nutzung von Gabelstaplern erfahren: wo sie sich befinden, welche Routen sie fahren etc. Wie lange braucht ein Gabelstaplerfahrer, um eine Palette abzuholen und an Ort und Stelle zu bringen, im Vergleich zu einem anderen? Und wie schneiden die beiden Fahrer bei der Fahrsicherheit und der Anzahl beschädigter Güter ab? Wie schnell fahren Gabelstapler durch die Gänge und was kommt dabei heraus, wenn wir diese Daten mit Unfalldaten vergleichen?

    Die Erfahrungen, die wir dabei machen, können uns helfen, Maschinenführer besser zu schulen oder lebensrettende neue Regeln für ihre Arbeitsweise einzuführen. So könnte mithilfe von Signalleuchten festgelegt werden, wo sie eingesetzt werden oder mit welcher Geschwindigkeit sie sich in bestimmten Sektoren bewegen dürfen.

    Wie Menschen ihren Arbeitsplatz nutzen


    Mit dieser wegweisenden Technologie ist es auch möglich, Arbeitskräfte im Auge zu behalten.
     

    Sie kann zum Beispiel wertvolle Daten über die Arbeitsweise von Maschinenführern an ihrem Arbeitsplatz generieren. Welche körperlichen Bewegungen oder Ticks, die zu Verletzungen aufgrund wiederholter mechanischer Belastung führen oder die Produktivität beeinträchtigen, zeigen diese immer wieder? Und inwieweit beeinflussen ihre physischen Umgebungen diese Bewegungen oder Ticks? Technisch erzeugte Antworten auf diese Fragen können zu Änderungen bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen führen, was sich positiv auf die Produktivität der Mitarbeiter und die Gesundheit auswirkt.
     

    Anhand von Daten über das Tempo, in dem Mitarbeiter durch eine Fabrik gehen, oder darüber, welche Türen sie normalerweise benutzen, können Notfall-Evakuierungspläne geändert werden. Sie können als Basis für ein Indoor-Navigationssystem dienen, das Mitarbeitern über Mitteilungen an ihre Smartphone-Apps die direkte, schnellste Route sendet. Sogar Beleuchtungshinweise im Arbeitsumfeld sind denkbar.
     

    Zudem kann die Tracking-Technologie auch für mehr Sicherheit sorgen. Sie kann das Personal mit unauffälligen, einfachen Mitteln von Sperrbereichen fernhalten oder festlegen, wer diese Bereiche unter welchen Umständen betreten darf.
     

    Oder die Sensoren können Mitarbeiter begleiten, die unter gefährlichen Bedingungen arbeiten. Bergleute etwa, die einen seit jeher gefährlichen Beruf haben. Diese müssen sich nicht länger alleine an möglicherweise gefährlichen, unterirdischen Orten aufhalten. Die Tracking-Technologie behält sie im Auge und kann im Notfall Hilfe verständigen.

    Wachsende Bedeutung in der neuen industriellen Revolution


    Derartige Anwendungen sind das Ergebnis der ersten Entwicklungsphasen der Asset-Tracking-Technologie in der Industrie. Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Fertigung im Laufe der „Vierten Industriellen Revolution" (4IR), die gegenwärtig unsere Produktion und den Transport transformiert, wird dieses Technologie ihr grosses Potenzial weiter unter Beweis stellen. Das Ergebnis wird zu neuer Effizienz, einer höheren Rentabilität, Kosteneinsparungen, Prozessrationalisierungen und vielem mehr führen.
     

    Eines der wohl wichtigsten Resultate wird ein besseres Arbeitsumfeld für die Arbeitnehmer sein, jenes „Asset" aus Fleisch und Blut, das für die Industrie weiterhin von entscheidender Bedeutung bleiben wird, selbst in einer Zeit viel gepriesener technologischer Wunder.

    Über den Autor

    Porträt von Ton van de Wiel
    Ton van de Wiel ist Global Sub-Segment Director for Industry bei Signify und Mitbegründer von Interact. Er verfügt über zwanzig Jahre Geschäftserfahrung und arbeitet heute daran, die Welt der intelligenten Fertigung und Lagerung von morgen mithilfe vernetzter Beleuchtung zu gestalten.

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